-
Umweltfonds sind breit aufgestellt in der Krise
Umweltfonds haben grosses Zukunftspotential. Frei von Risiken sind sie aber nicht. Um die Sicherheit zu erhöhen, empfehlen sich breit anlegende Portfolios.
Nachhaltigkeit ist nicht nur etwas für Öko-Freaks. Auch „normale Privatanleger“ möchten ihr Geld verstärkt zukunftsorientiert anlegen. Viele Fondsgesellschaften kommen diesem Wunsch nach und betätigen sich inzwischen als grüne Investoren, die Unternehmen bei der Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien aktiv unterstützen – etwa in Form von Aktienbeteiligungen. Die Wertpapiere werden anschließend in einem Fonds gebündelt und Sparern zur Beteiligung angeboten. Laut Sustainable Business Institute existierten Mitte 2011 im deutschsprachigen Raum insgesamt 363 nachhaltige Publikumsfonds mit einem Investitionsvolumen von 34 Milliarden Euro.
Den richtigen Fonds zu finden, ist allerdings nicht leicht. Reine Themenfonds sind sehr spekulativ und werden deshalb von den Verbraucherzentralen nicht empfohlen. Beispiel: Erneuerbare Energien. Einschnitte bei der Solarförderung und starke ausländische Konkurrenz insbesondere aus China brachten die Kurse der einstigen deutschen Vorzeigebranche gehörig unter Druck. Im Ergebnis gingen Fonds für alternative Energien reihenweise in die Knie. Flaggschiffe wie der SAM Smart Energy Fund, der BGF New Energy Fund oder der KBC Eco Alternative Energy stehen inzwischen auf Fünfjahressicht im Minus, letzterer weist sogar eine negative Rendite von minus 14 Prozent p.a. aus.
„Privatanleger sollten Risiken streuen“, rät Mathias Winkler, Fachberater für nachhaltige Investments aus München. Setzt ein Fonds nur auf eine Branche, sei das Anlagerisiko höher als wenn er in verschiedene Bereiche investiert. Geringere Schwankungsbreiten weisen zum Beispiel breit anlegende Umweltfonds auf. Schwächelt eine Branche, können Aktien aus anderen Bereichen Kursrückgänge abfedern. Ratingagenturen adeln Fonds mit überzeugendem Investmentansatz und guten Ergebnissen mit hohen Ratingnoten, z.B. vier oder fünf Sterne von Morningstar.
Beispiele für ausgewogen investierende Nachhaltigkeitsfonds:
Der „Sunares Sustainable Natural Resources“ von der Großbank HSBC Trinkaus ist einer der erfolgreichsten Fonds der letzten Jahre. Das Management investiert nach dem chinesischen Yin- und Yang-Prinzip in Aktien, Anleihen und Zertifikate mit Bezug zu den Elementen Erde und Wasser. Schwerpunkte sind Agrar- und Forstwirtschaft, Nahrungsmittel, Wasser, Rohstoffe und alternative Energien. Seit drei Jahren am Markt, beträgt der durchschnittliche Zuwachs mehr als 30 Prozent pro Jahr.
Ebenfalls erfolgreich ist der „Öko-Aktienfonds“. Die Manager beteiligen sich vorrangig an globalen Ökoleadern, die umweltfreundliche Produkte oder Technologien zur Schadstoffbeseitigung erstellen, naturnahe Verfahren im Gesundheits- und Ernährungssektor entwickeln oder umweltfreundlich Energie erzeugen. Das Resultat: Gut 24 Prozent Wertzuwachs jährlich in den vergangenen drei Jahren.
Breit anlegend ist der „Allianz RCM Global Sustainability“. Der Fonds investiert vorrangig in globale Marktführer, die dezidiert nachhaltige Geschäftspraktiken verfolgen. Größte Positionen sind derzeit Nestlé, Vodafone und der Rohstoffkonzern BHP Billiton. Auf Dreijahressicht beträgt die Rendite gut 14 Prozent.
Ausgewogen investierende Fonds sind allerdings kein Garant für stabile Kurse. Die aktuellen Börsenturbulenzen verdeutlichen, dass ein punktgenauer Anlagezeitraum zu empfindlichen Verlusten führen kann. Wichtig ist, so Anlageexperte Winkler, „den Anlagehorizont nicht zu kurz zu bemessen, um Wertschwankungen ausgleichen und vom langfristigen Wachstum im Umweltsektor profitieren zu können“.Tipp: Mit Stop-Loss-Marken sichern Anleger Gewinne gegen plötzliche Kurseinbrüche ab. Die Fondsanteile werden dann automatisch verkauft, sobald der Kurs unter den vorgegebenen Wert rutscht. Zehn bis fünfzehn Prozent sollte der Stoppwert unter dem aktuellen Kurs liegen.
(Von www.biallo.de)
